Die Winterzeit ist auch die Zeit des Jahreswechsels. Wer für die Silvesternacht nach einer besonderen Feier sucht, sollte seinen Blick gen Norden richten. Auf Sylt zum Beispiel, Deutschlands beliebter Ferieninsel, ist zur Winterzeit und „zwischen den Jahren“ mächtig was los. Neben den edlen Partys der Reichen und Schönen, hat das norddeutsche Eiland nämlich noch seine ganz eigenen Traditionen:
So wird zum Beispiel auf der fast baumlosen Insel zur Weihnachtszeit nicht der Weihnachtsbaum, sondern der Jöölboom aufgestellt. Nur wenig Grün schmückt das Holzgestell, doch neben einem Kranz aus Zweigen zieren ihn dafür Äpfel und Rosinen sowie aus Salzteig gefertigten Figuren. Als „Kenkentjüch“ vertreten sind Schwein, Kuh, Schaf, Pferd und Hahn, sowie - passend zum Land im Meer - Fisch, Segelschiff und eine Mühle. Am Stamm des Bäumchens mahnen Adam und Eva samt Schlange an die Vertreibung aus dem Paradies. Neuerdings hat man auch den Brauch des Adventskranzes integriert und zündet zudem Kerzen an.
Auch an Silvester hat Sylt sein ganz eigenes Brauchtum, mitten drin und live dabei ist man beispielsweise mit einer Ferienwohnung in Wenningstedt. Beim Maskenlauf ziehen kleinere Gruppen von Erwachsenen und Kindern von Haus zu Haus und deklarieren mit Masken verkleidet derbe Lieder und Gedichte in friesischer oder teilweise auch in niederdeutscher Sprache vor. Die Kleinen werden mit Süßkram, die Großen auch gern mit einem Schnaps belohnt. Einem Umzug gleich ist auch der „Altjahresumritt“, der bereits im 18. Jahrhundert durchgeführt wurde. Auch die Reiter freuen sich auf ihrem Weg über die eine oder andere Erfrischung. Natürlich gibt es auch große Silvesterpartys doch das dröhnende Raketenschießen und Böllern entfällt aufgrund der hohen Brandgefahr.
Die letzte winterliche Besonderheit ist das Biikebrennen. Gleich den auf dem Festland beliebten Osterfeuern, wird auf Sylt am 21. Februar ein großes Feuer entzündet. Das traditionelle Volksfest am Vorabend des Petritags, beginnt mit einer Ansprache auf Sylter Friesisch. Auf das Kommando „Maaki di biiki ön“ wird die Biike entzündet und ist danach lodernder Mittelpunkt von feierlichen Aktivitäten wie Gesang oder Schauspiel.
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